Donnerstag, 30. September 2010

Der Beau von Babylon

Frank Sinatra, nie um einen flotten Spitznamen für geschätzte Mitglieder seines Freundeskreises verlegen, nannte ihn stets "Boinie", was eine liebvoll-lautmalerische Variante von Bernie war. 
Zu der Zeit aber kannte der Rest der Welt Bernard Schwartz schon als Tony Curtis, den aufstrebenden, fast schon absurd gutaussehenden leading man der Universal Studios. 
Sein Aufstieg fiel zusammen mit dem Abschied vom alten Studiosystem, und neben Rock Hudson sollte er Ende der fünfziger Jahre der einzige Vertragsschauspieler der Universal sein, der aus dem Zusammenbruch der alten Ordnung als Weltstar hervorging. 
Nun ist Tony Curtis im Alter von 85 Jahren gestorben, und mit ihm verabschiedet sich auch einer der letzten Protagonisten des wirklich glitzernden, aber zugleich ebenso abgründigen, babylonischen Hollywood.
Im Vergleich mit Zeitgenossen strahlte sein Ruhm heller, war sein Leben wilder und seine Abstürze waren tiefer. 
Vielleicht auch, weil nichts in seiner Jugend darauf schließen ließ, dass er eines Tages auf der Leinwand landen würde. 
Der Sohn von Emanuel und Helen Schwartz, bitterarmen jüdischen Emigranten aus Ungarn, wurde 1925 in ein hartes Dasein geboren.
Auf den Straßen der New Yorker Bronx musste er sich gegen alltäglichen Antisemitismus wehren, daheim überschatteten wirtschaftliche Not, die seelische Erkrankung der Mutter und der tragische Unfalltod seines jüngeren Bruders Julius seine Kindheit.
Den Zweiten Weltkrieg erlebte er bei der U.S. Navy im Pazifik, und er kehrte zurück mit dem Vorsatz, die Mean Streets von New York hinter sich zu lassen. 
Ein trainierter Körper und sinnlich-weiche Gesichtszüge waren dabei die Rüstung, hinter der sich die Härte seiner Herkunft verbarg.
Zugleich war das makellose Äußere sein Startkapital im Showgeschäft, und nach seinem mit der Armeeabfindung finanzierten Studium am Dramatic Workshop der New School in New York landete der 23-Jährige im Jahr 1948 mit einem Standardvertrag der Universal in der Tasche in Hollywood.
Aus Schwartz wurde endgültig Curtis, der sich nach eigener Aussage zunächst nur für Frauen und Geld interessierte und das snobistische Hollywood-Establishment - mit Ausnahme des bewunderten Marlon Brando - ebenso verachtete wie die selbstbezogenen method actors der Strassberg-Schule. 
Curtis hingegen war ein Schüler Erwin Piscators und seine Vorbilder waren die naturals, die instinktiven Schauspieler klassischer Prägung. 
Von seinem Idol Cary Grant etwa übernahm er Eleganz und Leichtigkeit des Auftretens, sowie das Gefühl für ein perfektes Timing. 
Und nur wenig Jahre später sollte er dann neben seinem Vorbild in Blake Edwards' Komödie "Operation Petticoat" (1959) glänzen.
Doch sein Durchbruch kam nicht mit den komischen Parts, an die sich heute alle erinnern, sondern verdankte sich dramatischen Rollen: Sein zynischer Presseagent in Alexander Mackendricks "Sweet Smell of Success" ("Dein Schicksal in meiner Hand", 1957) offenbarte Curtis' Talent, sein blendendes Aussehen mit düsteren Charakterzeichnungen zu kontrastieren. 
Und kurz darauf brillierte er in "The Defiant Ones" ("Flucht in Ketten", 1958) als bigotter Sträfling John "Joker" Jackson, der in der Notgemeinschaft mit einem schwarzen Mitgefangenen (Sidney Poitier) seine Vorurteile konfrontieren muss.
Möglicherweise wäre seine Karriere anders verlaufen, hätte er wirklich den ihm Zeit seines Lebens verwehrten Oscar für diese Rolle bekommen. 
Oder für seine tragisch-erotische Darbietung in Kubricks "Spartacus" (1960). 
Stattdessen wurde Tony Curtis nach den dramatischen Herausforderungen der ersten Starjahre auf die Rolle des charmanten Luftikus festgelegt, und er selbst bemühte sich nach Kräften, das Playboy-Image auch abseits des Sets zu pflegen. 
Nun ist es beileibe nicht so, dass dieser Stereotyp keine großartigen Darbietungen hervorgebracht hätte, von denen sein beseelter Auftritt an der Seite von Jack Lemmon und Marilyn Monroe in Billy Wilders "Some Like It Hot" (1959) ohne Zweifel das Prädikat der Unvergesslichkeit verdient. 
Aber neben diesen Juwelen findet sich unter Curtis' 150 Filmen eben auch eine Menge Tand, wobei er entwaffnend ehrlich oft der erste war, der mit Kraftausdrücken seine Geringschätzung für viele der eigenen Rollen kundtat.
Wenn sich jedoch die seltene Chance ergab, die Deckungsgleichheit zwischen dem Image als Leinwand-Beau und der Vita einer skandalumwitterten Hollywood-Celebrity zu unterlaufen, dann nutzte er sie: Etwa als verführerischer Psychopath in "The Boston Strangler" ("Der Frauenmörder von Boston", 1968), brutaler Mafia-Pate in "Lepke" ("Der Gangsterboss von New York", 1974) oder, im Herbst seiner Laufbahn, als jüdischer Emigrant in Thomas Brachs berührendem "Der Passagier - Willkommen in Germany" (1988). 
Es wäre schön, einige dieser Filme nun wieder im Kino oder zumindest im Fernsehprogramm zu sehen. 
Allein schon, damit Tony Curtis hierzulande nicht nur aufgrund seiner Eskapaden als schlagfertiger Freizeitdetektiv im dauerwiederholten Serienklassiker "The Persuaders" ("Die Zwei") im Gedächtnis bleibt. 
Tony Curtis selbst hat nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr ihm das durchaus gewollte Stardasein zugesetzt hat. 
Zahllose Affären und sechs Ehen, darunter mit Janet Leigh und Christine Kaufmann, sowie der über viele Jahre mit Kokain und Alkohol am eigenen Körper betriebene Raubbau ließen sich auch schwerlich verbergen. Seine Beziehung zu den eigenen Kindern, so auch zur Schauspieltochter Jamie Lee Curtis, blieb zumeist schwierig und innere Ruhe und Zufriedenheit waren ihm nach eigenem Bekunden stets suspekt.
Zuletzt schien er jedoch angekommen, im privaten Leben und als bildender Künstler, der es mit seinen "Time Boxes" ins Museum of Modern Art in New York schaffte. 
Für einen Jungen aus der Bronx war diese späte Anerkennung vielleicht bedeutender als aller Glamour der Westküste.
Jetzt geht der Lebemann Tony Curtis als einer der letzten Hollywood-Stars, die noch eine dem Mythos entsprechende Biografie mitbrachten. 
Er, der die bereits verstorbenen Freunde wie Jack Lemmon - den er mal in unnachahmlich herzlicher Straßenpoesie als "best fucking man" titulierte - schmerzlich vermisste, gesellt sich zu ihnen in den Pantheon der echten Stars.
Sie werden für Boinie sicherlich eine schöne Willkommensparty schmeißen.
von David Kleingers

Morgen beginnt der Oktober.

Dieter / pixelio.de 
Und deshalb schenkt uns Pamela , wie jeden Monat, einen wunderbaren Desktophintergrund! Vielen Dank!

Dienstag, 28. September 2010

Das hat jetzt echt noch gefehlt!


Andreas Carjell / pixelio.de 
Wenn der Kollege, der seit 6 Wochen davon redet, dass er mir meine Waschmaschine abkaufen will, mir 4 Tage vor dem verabredeten Abholtermin eine SMS schreibt, er wolle sie jetzt doch nicht, mir dann aber noch viel Glück beim Verkauf wünscht, macht mich das ETWAS ungehalten. Heut ist echt ein Scheißtag!

Hm.

Schon blöd, wenn man die ganze Zeit dachte, man rede mit dem Chef über eine ganze Stelle und dann stellt sich heraus, dass es nur eine Halbe ist...

Gelesen.

Auf den ersten Blick wirken Rose und Lissa wie ganz gewöhnliche Teenager, sie trinken, flirten, haben Stress mit Lehrern. 
Doch die Schule, auf die sie gehen, ist eine Akademie für junge Vampire. 
Doch während Lissa blaues Blut durch ihre Adern fließen hat, ist Roses Schicksal ungleich härter: Auf sie wartet eine Zukunft als Wächterin, als unbarmherzige Kriegerin, deren Leben Lissas Schutz geweiht sein wird.
Schon einmal sind Lissa und Rose von der Schule abgehauen und wieder zurückgebracht worden. 
Doch während Lissa nur einen Tadel erhält, entgeht Rose nur knapp einem Schulverweis. 
Die unterschiedliche Behandlung liegt in ihrer Herkunft begründet, denn Lissa ist eine adlige Moroi, eine Vollblutvampirin, Rose ein Dhampir, eine Halbvampirin, deren Zukunft als Lissas Wächterin Disziplin und Ernst voraussetzt – nicht gerade Tugenden, die eine Stärke des rebellischen Mädchens sind.
Dennoch ist ihr klar, dass sie ihre Bewährung nutzen muss, wenn sie nicht dauerhaft von Lissa getrennt werden möchte. 
So unterwirft sie sich dem harten Zusatztraining durch den Wächter Dimitri, der ebenso unnahbar wie attraktiv ist, und beobachtet aus der Ferne, wie Lissa wieder von den Intrigen und Machtspielchen der anderen Königlichen vereinnahmt wird. 
Und sie beobachtet, wie Lissas seltsame Gabe zu heilen immer stärker zutage tritt. 
Sie beginnt nachzuforschen, was das Geheimnis ihrer Freundin sein könnte.

Blutsschwestern, der rasante Auftakt der neuen Vampirserie aus den USA, ist ganz auf ein junges weibliches Publikum zugeschnitten. 
Hier wird die düstere Seite – die akribisch ausgestaltete Welt der Vampire – gekreuzt mit einer heitereren Highschool-Umgebung, in der die Jugendlichen Partys feiern, Intrigen spinnen und versuchen, der „In-Clique“ anzugehören. 
Zusätzlich zu dieser publikumswirksamen Mixtur gelingt es der Autorin auch eine konfliktreiche Grundhandlung anzulegen, in die im ersten Band vorsichtig eingedrungen wird.
Die Leser sehen die Welt durch Roses Augen und nehmen direkt an ihrem Erkenntnis- und Wandlungsprozess teil, so dass die Identifikation aufgebaut und gestärkt wird. 
Doch gerade an dieser Stelle gibt es auch Schwächen, denn die Protagonisten wirken in diesem ersten Band noch recht stereotyp. 
Rose ist der rebellische Teenager, Lissa die sensible Highschoolkönigin, Christian der unorthodoxe Außenseiter, und mit Dimitri gibt es auch den gut aussehenden Lehrer, der aus dem übrigen Kollegium heraus sticht. 
Wer Highschool Musical und ähnliche Filme kennt, dem sind diese Figuren geläufig.
Es bleibt zu hoffen, dass Richelle Mead in ihren kommenden Bänden die Stärken weiter ausbaut und gleichzeitig ihren Helden mehr Eigenständigkeit verleiht. 
Immerhin hat die Vampirakademie bereits ihren Siegeszug angetreten, und es wäre schade, wenn sie irgendwann doch in der Masse ähnlicher Werke untergehen würde. 
Doch noch gibt es genug Konfliktpotential, das die jungen Leserinnen zum Kauf des nächsten Romans bewegen wird.
Fazit: Gelungener Mix aus Vampirabenteuer und Highschool Musical 

Montag, 27. September 2010

Bitte gib mir nur ein Wort!

Bei Earny  habe ich dieses Stöckchen gefunden und mitgenommen. Es nehme sich, wer will!

1.) Wo ist Dein Handy? Tisch
2.) Dein Partner? toll
3.) Deine Haare? wellig
4.) Deine Mama? klein
5.) Dein Papa? groß
6.) Lieblingsgegenstand? Buch
7.) Dein Traum von letzter Nacht? weg
8.) Dein Lieblingsgetränk? Milchkaffee
9.) Dein Traumauto? Fiat 500
10.) Der Raum in dem Du dich befindest? Büro
11.) Dein Ex? riesig
12.) Deine Angst? Krankheit
13.) Was möchtest Du in 10 Jahren sein? Mutter
14.) Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend? allein
15.) Was bist Du nicht? Fleischesser
16.) Das letzte was Du getan hast? telefoniert
17.) Was trägst Du? rot
18.) Dein Lieblingsbuch? das
19.) Das letzte was Du gegessen hast? Brötchen
20.) Dein Leben? wunderbar
21.) Deine Stimmung? ruhig
22.) Deine Freunde? toll
23.) Woran denkst Du gerade? Umzug
24.) Was machst Du gerade? tippen
25.) Dein Sommer? Lettland
26.) Was läuft in Deinem TV? nix
27.) Wann hast Du das letzte Mal gelacht? vorhin
28.) Das letzte Mal geweint? letztens
29.) Schule? Abi
30.) Was hörst Du gerade? nix
31.) Liebste Wochenendbeschäfftigung? Flohmarkt
32.) Traumjob? klar
33.) Dein Computer? langsam
34.) Außerhalb Deines Fensters? Regen
35.) Bier? Jever!
36.) Mexikanisches Essen? lecker
37.) Winter? kalt
38.) Religion? interessant
39.) Urlaub? wann?
40.) Auf Deinem Bett? Buch
41.) Liebe? Nilsson

Sonntag, 26. September 2010

Einer für alle

knipseline / pixelio.de 
Herrn Nilssons Eltern, die ich wirklich sehr gern mag, gibt es nur im Doppelpack. Sie telefonieren immer zu zweit, mit Lautsprecher, sie haben eine Mailadresse und wenn sie Auto fahren, passiert es manchmal, dass der, der NICHT fährt am Telefon sagt: Du, wir müssen jetzt auflegen, wir müssen uns mal konzentrieren, die Sonne blendet so. In ihrer Vorstellung machen das wahrscheinlich alle Leute so. Denn sie schreiben Mails auch nur an Herrn Nilsson ODER mich. Und zwar immer an denjenigen, bei dem der andere gerade am Wochenende ist. Dieses Wochenende zum Beispiel dann an mich. Ich bin gespannt, ob sie dann in Zukunft nur noch an ihn schreiben oder uns fragen, wie unsere gemeinsame Mailadresse ist...

Entdeckt.

Wie passend! Das fällt mir gerade erst auf... 
Edit: Ich habe mal den Titel geändert...

Six days to go!

Mist II

Slydgo / pixelio.de 
Sie hat Demenz. Zum Glück erst im Anfangsstadium. Trotzdem blöd!

Freitag, 24. September 2010

Gelesen.

Ein Buch, das sich mit Literatur befasst und dabei selbst fast schon poetisch ist, findet man nicht alle Tage, und schon gar nicht eines, das dabei noch hoch politisch ist. 
Azar Nafisi hat mit "Lolita lesen in Teheran" ein solches Buch geschrieben.
Nachdem die heute in den USA lehrende Professorin für Englische Literatur Mitte der 1990er Jahre aus dem Lehrkörper der Universität Teherans ausgeschieden war, scharte sie einen kleinen klandestinen Lesekreis um sich, von dem sie in ihrem Buch voller Wärme erzählt. 
Sieben ihrer begabtesten früheren Studentinnen wählte sie aus, um über Vladimir Nabokov, Henry James oder Jane Austen zu diskutieren. 
"Namen, die man verehrte, Botschafter einer verbotenen Welt, die wir uns so rein und schön vorstellten, wie sie niemals war und sein wird." 
Über zwei Jahre hinweg trafen sich die Frauen allwöchentlich in Nafisis Wohnung, knabberten süßes Gebäck, tranken schwarzen und vielleicht noch süßeren Tee und diskutierten mit einem Engagement und einem Kenntnisreichtum über die Literatur des vom theokratischen Regime als teuflisch gebrandmarkten Westens, wie man sie in Universitätsseminaren wohl nur selten antrifft. 
Die sieben Studentinnen, die sich in Nafisis Wohnzimmer versammelten, hätten unterschiedlicher kaum sein können. 
Unter ihnen fanden sich tief gläubige Musliminnen ebenso wie westlich orientierte Frauen. 
Spannungen in der Gruppe konnten so nicht lange ausbleiben. 
Und dennoch entstand unter ihnen eine "echte Vertrautheit".
Nafisi zieht auch die Lesenden in dieses Vertrauen und lässt sie an den Sitzungen teilhaben, in denen nicht nur Lesarten und Interpretationen Nabokovs "Lolita", Austens "Stolz und Vorurteil" oder Fitzgeralds "Der große Gatsby" entwickelt und diskutiert wurden, sondern in denen auch Persönliches zur Sprache kam, Probleme erörtert und Freundschaften geschlossen wurden.
Die Autorin verknüpft ihre Berichte über den Lesekreis geschickt mit Rückblenden über die Entwicklung des Irans seit der islamischen Revolution 1979. 
Noch einmal durchlebt Nafisi die wichtigsten und einscheidendsten Ereignisse: den islamistisch-jakobinischen Terror in der ersten Zeit nach dem Umsturz, die schnell voranschreitende Entrechtung der Frauen, die Geiselnahme in der US-Botschaft und den Krieg mit dem Irak, in dem das Regime den Teheraner Frauen empfahl, sich "anständig bekleidet" schlafen zu legen, damit sie Fremden keinen "unzüchtigen Anblick" böten, falls ihre Häuser von Bomben getroffen würden.
So wird das Buch zu einer vehementen Anklage gegen das theokratische Regime, ist dabei jedoch ohne jeden Anflug von Selbstgerechtigkeit. 
Vielmehr macht sich Nafisi für das Aufkommen der islamistischen Tyrannei mit verantwortlich, hat sie als junge Frau doch während der 1970er Jahre in den USA an Protesten gegen den Schah teilgenommen und ist während des Umsturzes voller Hoffnung in den Iran zurückgekehrt, um "mit einer der Situation ganz und gar nicht angemessenen Hochstimmung" als jüngste Dozentin ihre Tätigkeit am Englischen Seminar der Fakultät für Persisch und Fremdsprachen an der Universität Teheran aufzunehmen.
Nafisi mischt ihren Berichten gelegentlich einen kleinen Schuss Selbstironie unter und immer wieder kürzere theoretische, politische und natürlich auch literarische Reflexionen. 
Etwa über den Begriff "islamische[r] Feminismus", für den die Autorin nicht viel übrig hat, da er "die Vorstellung von Frauenrechten mit den Grundlagen des Islam zu versöhnen sucht".
Der Autorin zufolge ein Oxymoron, das dem iranischen Regime eine "neue Doppelbödigkeit" ermöglichte: "[S]ie konnten behaupten, einen progressiven Islam zu fördern, während moderne Frauen als verwestlicht, dekadent und illoyal denunziert wurden."
Von 1987 an unterrichtete Nafisi an der Allameh Tabatabai Universität, die als eine der liberalsten im Lande galt, was allerdings nicht verhinderte, dass Studentinnen bestraft wurden, wenn sie auf den Fluren lachten oder etwas schnelleren Schrittes die Treppen hoch eilten, um Verspätungen zu vermeiden. 
Die Mitglieder der Fakultät grübelten indessen über die Frage, wie das Wort "Wein" aus einer Kurzgeschichte Hemingways zu streichen sei, oder befanden nach offenbar eingehender Lektüre, Emily Brontës "Wuthering Heights" dulde den Ehebruch und dürfe daher nicht gelesen werden. 
Derlei Absurditäten des "iranischen Zensursystems'" seien zwar amüsant zu lesen, gleichwohl aber ebenso "bittere Realität" wie die "willkürlichen Festnahmen der 'Sittenpolizei' inklusive der Erpressung falscher Geständnisse und sexistischer Demütigungen".
"Wir alle waren Opfer der Willkür eines totalitären Regimes, das fortwährend in die geheimsten Winkel unseres Lebens eindrang und uns seine unbarmherzigen Erfindungen aufzwang", konstatiert die Autorin. Opfer, deren Verhältnis zu den täglichen Erfahrungen der Gewalt und Demütigung "seltsam distanziert" gewesen sei.
"Als seien wir alle an Schizophrenie erkrankt." 
Nafisis Literaturkurs war so weit mehr als nur ein Refugium. 
Er war "[e]in Zimmer für uns allein", wie ihn eine ihrer in der angelsächsischen Literatur bewanderten Studentinnen zu nennen pflegte.
Dreierlei prägt die Interpretationen und Lesarten der Studentinnen und ihrer Mentorin: genaue Lektüre der behandelten Werke, gründliche Kenntnis der westlichen Literaturgeschichte und das Leben im Iran, das stets in die Wahrnehmung der Bücher einfließt, ohne allerdings je den Blick auf sie zu verengen. 
In Nabokovs "Lolita" etwa finden die Teilnehmerinnen des Lesekreises "die meisten Anklänge an unser Leben in der Islamischen Republik Iran". 
Doch "nicht speziell eine Kritik an der Islamischen Republik" wird aus dem Buch herausgelesen. 
Vielmehr richtet es sich der Interpretation einer Studentin zufolge "gegen jede Form von totalitärem Denken" - und sie versteht es, diese Auffassung fundiert zu begründen. 
Eine andere merkt an, dass die Figur Lolita in der islamischen Republik schon lange als "reif genug" betrachtet werden würde, um mit einem Mann verheiratet zu werden, "der älter als Humbert ist". 
Denn Dolorez Haze war bereits zwölf Jahre, als sie Humbert Humbert zum ersten Mal begegnete. 
Nach dem im Iran herrschenden islamischen Recht gelten Mädchen schon mit dem neunten Lebensjahr als heiratsfähig.
"[N]icht so sehr die Wirklichkeit als vielmehr das Aufscheinen der Wahrheit" suchen Nafisi und ihre Schülerinnen in der Literatur zu finden. 
Einer Wahrheit, die gegen "eine zum Feind gewordenen Wirklichkeit" wirkt. 
Genau diese Wahrheit findet man auch in Nafisis Buch, und dies ist nur einer von vielen guten Gründen, es zu lesen. 
Die Literaturinterpretationen, die lesende Teilhabe an Nafisis Lektürekreis, die Informationen und Überlegungen zur politischen Entwicklung seit der iranischen Revolution, zum Leben im Iran und zu der Situation der Frauen sind einige weitere. 
Jeder einzelne von ihnen genügt, um zu Nafisis wunderbarem Buch zu greifen. 
Schwerlich dürfte sich aus einem anderen Werk mehr über die Islamische Republik Iran erfahren lassen.
Und dabei ist es eine ebenso zarte wie leidenschaftliche Liebeserklärung an die Literatur. 

Endlich Freitag!

1.  Wenn ich könnte, würde ich mit den Fingern schnippsen und der Umzug wäre vorbei.
2.   Kürbis ist zur Zeit mein Lieblingssnack. Wobei man bei Kürbis ja eigentlich gar nicht von Snack reden kann...
3. Mein Leben wäre manchmal einfacher, wenn  ich ein bisschen größer wäre.
4.   Gemütlich im Bett noch ein paar Seiten zu lesen,  ist eine schöne Art den Tag zu beenden.
5.   Erste Eindrücke sind wichtig, können manchmal aber auch trügen.
6.   Wenn ich Zwiebeln in mikroskopischen Mengen zu mir nehme, wird mir schlecht.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Herrn Nilsson , morgen habe ich Möbel auseinanderschrauben geplant und Sonntag möchte ich noch mehr Kisten packen!
Den Freitagsfüller gibt's hier.

Donnerstag, 23. September 2010

Kürbiszeit - schöne Zeit

Zum Geburtstag wünsche ich mir eine Axt! Das passiert mir IMMER, wenn ich rohen Kürbisschneiden will. Gibt's da einen Trick?

Nachtrag: Kürbis ist einfach zu lecker! Eigentlich wollte ich mir für morgen Kürbis-Kichererbsensalat machen, aber wenn der Kürbis so frisch aus dem Backofen kommt, nur mit Olivenöl, Pfeffer und Salz gewürzt, muss man einfach immer wieder am Backblech vorbeigehen und ein Stück naschen. Irgendwann reichen die Reste dann nicht mehr für den Salat. Egal, dann gibt's morgen Mittag eben Brötchen..

Sehr geehrter Herr Umweltminister Dr. Röttgen, sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister Brüderle,

mit Ihrem Entwurf für ein Energiekonzept rühmen Sie sich, für "die klimaverträglichste Energieversorgung" sorgen zu wollen. Doch an die größten CO2-Schleudern wagen Sie sich nicht heran: ineffiziente und extrem klimaschädliche Kohlekraftwerke.
Um effektiven Klimaschutz zu erreichen, fordere ich Sie auf:
1. Schalten Sie die schlimmsten Dreckschleudern ab! 
Schreiben Sie verbindliche, jährlich steigende Mindestwirkungsgrade für bestehende Kraftwerke fest.
2. Verhindern Sie den Bau neuer Kohlekraftwerke durch hohe Mindestwirkungsgrade für Neuanlagen! Streichen Sie aus dem Energiekonzept, dass ihr Bau durch Zuschüsse zu den Investitionskosten gefördert wird. 
Die Stromerzeugung mit Kohlekraft ist nicht flexibel steuerbar und daher keine geeignete Ergänzung zu Erneuerbaren Energien.
Mit freundlichen Grüßen 
Frau Nilsson

Viel Glück,

ecko / pixelio.de
 
Lola! Hau rein!

Mist!

Rainer Sturm / pixelio.de 
Gestern wurde meine Oma ins Krankenhaus eingewiesen. Sie hat wohl mehrere Tage nichts mehr gegessen oder getrunken. Sie war völlig verwirrt, hat immer zu meinem Vater gesagt, dass sie mit ihm jetzt nach Entenhausen fahren wolle. Ich gestehe, ich musste lachen, als ich das gehört habe! Im Kopf wird sie wahrscheinlich hoffentlich wieder ein bisschen klarer werden, wenn sich ihre Flüssigkeitsspeicher aufgefüllt haben. Und dann müssen wir ihr beibringen, dass sie sich nicht mehr alleine versorgen kann und eventuell nicht mehr alleine in ihre Wohnung zurück kann...Das wird hart.
Meine nicht gerade pietätvolle Tante, selbst Altenpflegerin, meinte übrigens leicht panisch: Was machen wir denn, wenn sie stirbt? Wir wissen ja nicht mal, ob sie verbrannt werden will! Hallo? Da können wir uns dann immer noch Gedanken drüber machen, finde ich...Das ist allerdings auch dieselbe Tante, die an meinem 12. Geburtstag den ganzen Nachmittag nur über ihre schrecklichen Krampfadern geredet hat, obwohl sie natürlich wusste, dass mein Vater nur 6 Tage vorher einen Herzinfarkt hatte, als ich allein mit ihm zu Hause war...

Mittwoch, 22. September 2010

So schmeckt der Mond

Robert Wetzold / pixelio.de
Um Yeo Tiong ins Schwärmen zu bringen, genügen die beiden Stichworte "Raffles-Hotel" und "Mondkuchen". 
"Die Champagner-Trüffel-Mondkuchen dort sind sooo lecker", berichtet der Graphiker mit leuchtenden Augen. 
"Sie zergehen im Mund, so cremig sind sie.
Die muss ich einfach zum Mondfest haben." 
Yeo ist jemand, für den Labels enorm wichtig sind, der immer das neueste Handymodell hat und sehr darauf achtet, immer die angesagteste Mode zu tragen. 
Doch auch wer kein "Fashionista" ist wie er, muss ihm in Bezug auf den "Snow-Skin Mooncake with Champagne Truffle & Granache" aus Singapurs bekanntestem Hotel recht geben. 
Das mit einem knackigen Kern aus weißer Champagnertrüffelschokolade statt des traditionellen Eigelbs gefüllte Gebäck ist tatsächlich etwas Besonderes, und das hat sich herumgesprochen: Singapurer aller Klassen und Szenen stehen in diesen Tagen Schlange an dem Straßenverkaufsstand vor dem Luxushotel, um die Verwöhnvariante der traditionellen Mondkuchen zu erwerben. 
Am 22. September ist es wieder soweit. 
Dann scheint der Septembervollmond und die Chinesen in aller Welt feiern das Mittherbstfest, auch Mondfest genannt, zu dem die Mondkuchen gehören wie bei uns zu Weihnachten der Christstollen. 
Die runden, handtellergroßen süßen Pasteten wären ähnliche Dickmacher wie ein Stollen mit viel guter Butter und Marzipan, wenn sie nicht so mächtig wären, dass man schon nach einem halben Mondkuchen nicht mehr Papp sagen kann. 
Das genaue Datum des Festes variiert von Jahr zu Jahr, weil es vom Mondkalender abhängt.
"An dem Tag scheint der Mond so hell wie nie sonst im Jahr", versichert Vanessa Man.
Die PR-Dame des Raffles ist sichtlich froh, mal nicht das übliche Marketinggeklingel abspulen zu müssen, sondern von ihrer chinesischen Kultur erzählen zu können. 
"Man schenkt sich gegenseitig Mondkuchen zum Mittherbstfest. 
Das bringt Glück", sagt sie. 
"Am Abend sitzt dann die ganze Familie zusammen, isst den Kuchen, trinkt Tee und schaut den Mond an. 
Der Tee muss stark sein als Balance zu der Süße der Kuchen."
Einige hundert Kilometer weiter nördlich im malaysischen George Town hatte Ende vergangener Woche Kenneth Wong alle Hände voll zu tun. 
Über das Mittherbstfest will er nach Australien reisen. 
Wäsche ist noch zu waschen, der Koffer zu packen und vor allem muss für die Mutter noch Mondkuchen gekauft werden. 
Wong eilt in die Jalan Cintra in der zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt von George Town zur Bäckerei von Herrn Loh. 
"Hier gibt es noch die richtig traditionellen Mondkuchen", sagt er.
Der Mondkuchenklassiker besteht aus einer Füllung aus grünlich-brauner, süßer Lotuspaste, die ein wenig wie Marzipan aussieht, aber nicht ganz so süß ist. 
Darin eingebettet ist ein gestocktes Enteneigelb, dessen runde Form und goldene Farbe den Mond symbolisiert. 
Das Ganze wird in eine Teigpastete gefüllt, mit einem Teigdeckel verschlossen, der mit dem Namen der Bäckerei und Festtagswünschen wie "Harmonie" oder "Glück" in chinesischen Schriftzeichen verziert ist, und dann im Ofen gebacken. 
Das Enteneigelb ist gesalzen. 
"Der Gegensatz von salzig und süß entspricht dem Prinzip der Harmonie von Yin und Yang", erklärt Herr Loh. 
Harmonie wird auch durch den kreisrunden Vollmond symbolisiert. 
Deshalb sei das Mondfest ein Familienfest, sagt Herr Loh und erinnert an das alte Sprichwort: "Wenn der Mond rund ist, ist auch der Kreis der Menschen rund".
Wong ersteht Mondkuchen mit "double Yolk", zwei Eigelben. 
Die sollen doppelt soviel Glück bringen und hoffentlich die Mutter besser über die Enttäuschung hinwegtrösten, dass der Sohn lieber down under urlaubt als, mit Mama den Mond anzugucken.
Das Mittherbstfest ist eines der schönsten des an Feiertagen nicht gerade armen chinesischen Festkalenders. Das Mondfest zeichnet sich durch eine heitere Gelassenheit aus im Gegensatz zum hektischen chinesischen Neujahr. 
Es ist auch nicht so bedrohlich wie das Fest der hungrigen Geister, das dem Mondfest vorausgeht, und so heißt, weil sich die Tore der Unterwelt öffnen und hungrige Dämonen ausschwärmen, die es mit allerlei Opfergaben zu besänftigen gilt.
Es gibt viele Legenden über den Ursprung des Mondfestes. 
Die vielleicht schönste ist eine, die von großer Liebe, Habgier und einer gütigen Göttin handelt - und von Klimawandel. 
Sie soll sich vor ein paar Jahrtausenden zugetragen haben.
Es war einmal ein schönes Mädchen mit dem Namen Chang Er, die sich unsterblich in den tapferen Bogenschützen Hou Yi verliebt hatte. 
Der hatte heldenhaft die Erde vor einer globalen Erwärmung bewahrt, indem er neun Sonnen, die plötzlich am Himmel aufgetaucht waren und durch ihre Hitze auf der Erde für Dürren und Ernteausfälle sorgten, mit seinen Pfeilen einfach abschoss. 
Dummerweise handelte es sich bei den neun Sonnen aber um die Söhne des allmächtigen Jadekaisers, der ob des Mordes so erbost war, dass er Hou Yi und Chang Er von der Erde verbannte. 
Doch die Göttin Xi Wang Wu hatte Mitleid mit dem Traumpaar und beschenkte Hou Yi mit einem Unsterblichkeitselexier. 
"Das will ich auch haben", sagte sich Chang Er, entwendete dem Liebsten den Zaubertrank, kippte ihn herunter und wurde so zur unsterblichen Mondgöttin. 
Aber Hou Yi liebte seine Chang Er so sehr, dass er ihr den Diebstahl verzieh. 
Vor lauter Rührung über eine so unerschütterliche Liebe machte die romantisch veranlagte Göttin auch den Jüngling unsterblich und erhob ihn zum König des Reiches der Sonne. 
Aber Strafe für die Frau im Mond musste sein. 
Nur einmal im Jahr, am 15. Tag im achten Mond, dürfen die beiden zusammenkommen. 
Man muss nicht ins Raffles oder zu Herrn Loh gehen, um Mondkuchen zu erstehen.
In den üppigen Shopping-Malls der asiatischen Metropolen sind jedes Jahr schon Wochen vor dem Fest Mondkuchenmärkte aufgebaut. 
Es gibt das Gebäck inzwischen in den unglaublichsten Geschmacksrichtungen. 
Mal sind rote Bohnen in die Paste gemischt, mal grüner Tee oder auch schwarzer Sesam.
Manche schmecken nach Mango, andere nach Erdbeere und einige gar nach der Stinkfrucht Durian. 
Auch Herr Loh verschließt sich nicht dem wandelnden Kundengeschmack. 
Er hat jetzt Mondkuchen in den Geschmacksrichtungen Kokos und Capuccino im Angebot.
"Wenn die Kunden das wollen, muss man traditionelle Produkte eben weiterentwickeln", sagt er. 
 Michael Lenz, Singapur www.spiegel.de

Spell with flickr

Danke, Earny from Earncastle für den Tipp!
Sehr witzig!
    letter F    letter R    letter A    u21    letter N    letter I    letter L    letter S    pink tag letter S    letter O    stencil N

Dienstag, 21. September 2010

Wo man sich für die Bohne interessiert

Das Godshot in der Immanuelkirchstraße 32 im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg scheint auf den ersten Blick nur eine weitere Kaffeeschänke von vielen zu sein. 
Doch das kleine Ladenlokal unter dem Schild mit der silbernen Pistole auf schwarzem Hintergrund und dem Schriftzug The Future Urban Coffee Klub ist nicht bloß ein Café, sondern auch Ausdruck einer neuen Kaffeekultur. 
Eingeweihte erkennen es bereits am Namen: God Shot bezeichnet im englischen Kaffeejargon einen vollkommenen, tiefschwarzen und fast öligen Schuss Espresso.
Seit zwei Jahren betreiben Karl-Uwe Bayer und Axel Höfer das Godshot. 
Sie sind Teil einer wachsenden, weltweiten Gemeinschaft von Feinschmeckern. 
Der Kaffeegenuss ist für sie wie eine Weinverkostung. 
Und sie sind bereit, für hochqualitativen Kaffee ein Vielfaches des handelsüblichen Preises zu bezahlen. 
Sie bezeichnen sich als Barista; das italienische Wort für Barmann ist in der globalen Kaffeeszene zum Inbegriff des Kaffeeliebhabers und Kaffeekünstlers geworden. 
Während der Massenmarkt mit Wort- und Kalorienungetümen wie einem Grande Half-Decaf Latte mit Peppermint-Sirup aufwartet, geht es den Barista tatsächlich um die Essenz, um Kaffee in seiner reinsten Form.
So anspruchsvoll man auch im Godshot hinsichtlich der Qualität des Kaffees ist, so puristisch und spezialisiert ist die Karte: Darauf finden sich Kaffee-Milch-Spezialitäten wie der "Flat White" aus Neuseeland, ein doppelter, besonders intensiver Espresso mit einem Hauch von Milchschaum. 
Oder der "Gibraltar" aus den Vereinigten Staaten, der auf denselben Kaffee Milchschaum satt aufsetzt.
Diese dritte Welle der Erneuerung der Kaffeekultur versteht sich, natürlich, als Bewegung von Puristen. Zucker im Espresso ist tabu, dafür darf über den Geschmack von Orangenzesten im Abgang des Kaffees gefachsimpelt und diskutiert werden. 
Über die Ergebnisse tauscht sich die Kaffeeszene in entsprechenden Blogs oder in den Foren des Zubehörhändlers "Black Pirate Coffee Crew" aus. 
Dort finden sich nicht nur ein Reiseführer mit besuchenswerten Kaffeeschänken, sondern auch ellenlange Debatten, ob der "Flat White" nicht Verrat am Cappuccino sei.
Nach Wein und Whiskey, Olivenöl, Schokolade und Salz scheint es, als wäre Kaffee der neueste Gegenstand der ambitionierten Feinschmeckerei – und willkommener Anlass, die Vollendung des eigenen Geschmacks vor sich selbst und anderen unter Beweis zu stellen. 
International wird das alles freilich schon längst ebenso heiß gekocht. 
Bereits in den 1980ern kamen Röster wie der US-Amerikaner David Dallis auf die Idee, ihre Bohnen direkt bei den Produzenten zu erwerben und diese einem wesentlich schonenderen Röstverfahren zu unterziehen. Doch der große Erfolg blieb aus. 
Noch hatte man weder den grünen Lifestyle noch den Hang zum Feinschmeckertum auf seiner Seite.
Nun scheint die Zeit dafür gekommen. 
Die New York Times verhandelt auf ihrer neuen "Topics Coffee Page" das Thema ebenso leidenschaftlich, wie die neue Modekollektion von Marc Jacobs. 
Kein Wunder, die Vereinigten Staaten von Amerika gelten als das Mutterland der Barista-Kultur, die vollendete Kaffees ebenso im Sinne hat, wie den ökologisch- und sozialverträglichen Anbau von Kaffee.
Nur langsam fasst die Bewegung nun auch in Deutschland Fuß. 
Das Verhältnis der Deutschen zu "ihrem Kaffee" ist seit jeher Sinnbild für den Zustand der Gesellschaft. 
In den Nachkriegsjahren war Kaffee zunächst wertvolles Schmuggelgut, um später durch den Filter gebrüht zum Inbegriff des Wirtschaftswunder zu werden. 
Seit der Mitte der 1990er sorgte die globalisierte Kaffeehauskultur, an deren Spitze sich Anfang des neuen Jahrtausends Starbucks setzte, dafür, dass Espresso, Cappuccino und Latte macchiato als Coffee-To-Go bekannt wurde. 
150 Liter Kaffee konsumiert laut Kaffeeverband der Deutsche im Schnitt im Jahr, Tendenz steigend. 
Den Deutschen ist ihr Kaffee dabei lieb, aber nicht unbedingt teuer: In den letzten Jahrzehnten verlor Kaffee, im Gegensatz zu den allgemeinen Lebensmittelpreisen, kontinuierlich an Wert.
Von den stolzen Preisen der neuen Kaffeekultur, die den Kaffeebauern nach Angaben des US-amerikanischen Time Magazine Gewinnmargen weit über Weltmarktniveau sichert, profitieren zwar vor allem einzelne Leuchtturmprojekte, aber nicht nur. 
Auch einst vergessene Kaffeehochkulturen wie Burundi oder Ruanda, leben dank des Feinschmeckerkaffees nun wieder auf. 
Kleinstauflagen von Mikroröstern interessieren indes nicht allein Feinschmecker und deren Publikationen. 
Laut eines US-amerikanischen Branchenreport wurden 2009 bereits 13,65 Milliarden Dollar mit solchen Spezialkaffees umgesetzt; immerhin ein Drittel des amerikanischen Kaffeemarktes. 
Schon fragt das Time Magazine erstaunt, ob sich diese Bewegung nicht längst mit Starbucks messe – und ob die Kaffeeliebhaber nicht sogar den überzeugenderen Ansatz hätten.
"Hohe Preise und eine enge Bindung zu den Bauern sind für uns kein Selbstzweck", sagt auch Mike Phillips. "Es lässt sich auf eine schlichte Formel bringen: je exzellenter das Umfeld, in dem die Kaffeefrucht gedeihen kann, desto exzellenter der Kaffee."
Phillips, Barista in Chicago, sollte es wissen. Gerade erst gewann der die Weltmeisterschaften der Kaffeekünstler.
Quelle ZEIT ONLINE

Montag, 20. September 2010

Und morgen gibt's

siepmannH / pixelio.de 
BLUMENKOHL-CURRY
500g Kartoffeln schälen, abspülen und in mundgerechte Würfel schneiden. 1 Blumenkohl putzen, abspülen und in kleine Röschen teilen. 1  Stück Ingwer schälen und fein würfeln. 1 Chilischote längs aufschneiden, entkernen, abspülen und fein hacken (dabei mit Küchenhandschuhen arbeiten). 2 Knoblauchzehen abziehen und ebenfalls fein hacken.  
Etwas Butter in einem großen Topf erhitzen. Koriander, Garam masala, Kreuzkümmel, Kurkuma, Ingwer, Chili und Knoblauch dazugeben und unter Rühren 2 Minuten rösten. Die Kartoffelwürfel zu den Gewürzen geben und unter Wenden kurz darin anbraten. Blumenkohlröschen dazugeben und ebenfalls unter Wenden anbraten. Mit Salz würzen. 1 Dose Kokoscreme und 250ml Brühe dazugießen und alles zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten kochen lassen, bis der Blumenkohl gar ist. 

Salvador Deli - Landschaft mit Gemüse.

http://www.sueddeutsche.de/leben/foodfotograf-carl-warner-landschaft-mit-gemuese-1.997994

Schauen Sie sich diese Bilder an! Zum Teil irgendwie schaurig schön!

Gesehen.

Wochenendtelegramm


RainerSturm / pixelio.de

Umzug I (seiner) hinter uns gebracht STOP
Fast alles schon ausgepackt STOP
Ganz verliebt in die neue Wohnung STOP
Leider immer noch kränklich STOP
Aber wieder arbeiten STOP
In zwei Wochen Umzug II (meiner) STOP
Alles wird gut STOP

Donnerstag, 16. September 2010

Gehört!



Liebe Wohnungsinteressenten,



obwohl die Ärztin mir Bettruhe verschrieben hat, bin ich gerne bereit, Ihnen meine Wohung zu zeigen und all Ihre Fragen zu beantworten. Wirklich kein Problem!
Weniger Lust habe ich, mir Geschichten über das Scheitern Ihrer Ehe, Ihre Unzufriedenheit im Job oder die Probleme mit Ihrer Mutter anzuhören. Desweiteren will ich auch echt nichts darüber wissen, wie wichtig es ist, dass der 10-jährige Sohn ein eigenes Zimmer hat, weil sie ja vielleicht auch irgendwann mal wieder ein "Gerätchen" haben oder dass Sie, wenn es im Winter kühl in der Wohnung ist, ja dann einfach vermehrt mit ihrem "Mäuschen" kuscheln können...Ach so und danke für den Ratschlag, dass ich mir die Sache mit dem Zusammenziehen doch noch mal gut überlegen soll!!

Immer wieder schön!

Traritrara die Post ist da

Mittwoch, 15. September 2010

Bronchitis!

nimkenja / pixelio.de 
3 Tage Krankenschein. 
Und ständig klingelt das Telefon und Leute wollen sich meine Wohnung anschauen. Nervig. 

Verpasst!

Rainer Sturm / pixelio.de 
Gestern wurde das Frau Nilsson Blog (ich finde immer noch komisch, dass es nicht der Blog heißt...) 1 Jahr alt. Wow! Schwupps ist das Jahr rum!
Vielen Dank Euch stillen und schreibwütigen Lesern und Kommentatoren. Ich freue mich, dass ich meine Zelte in Blogland aufschlagen durfte und dadurch viele nette Menschen "getroffen" habe! Jetzt also erstmal Kuchen für alle! Wir feiern heute nicht nur den 1. Geburtstag des Blogs, sondern auch, dass heute unsere neue Küche geliefert wird! Hurra! Zur Feier des Tages geh ich jetzt mal zum Arzt, die blöde Erkältung wird irgendwie nicht besser...
Ihnen allen einen schönen Tag! 

Sonntag, 12. September 2010

Das heißt doch,

dass es morgen schönes Wetter gibt, oder?
Kann ich mir nach diesem Tag eigentlich nicht vorstellen...

Gehört.

Samstag, 11. September 2010

Und heute gibt's:

Katharina Wieland Müller / pixelio.de 
KÜRBIS-INGWER-SUPPE MIT CHILI UND KORIANDER
1 Butternusskürbis mit einem Sparschäler schälen.
Anschließend halbieren und die Kerne mit einem Löffel herauskratzen. 
Fruchtfleisch in 1 cm große Würfel schneiden. 
Auf ein Backblech geben und im vorgeheizten Backofen bei 220 °C  in 25-30 Minuten goldbraun rösten. Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. 
Öl in einem Topf erhitzen. 
Ingwer und Knoblauch darin bei mittlerer Hitze unter Rühren 5 Minuten andünsten. 
Die gerösteten Kürbiswürfel und die Gemüsebrühe dazugeben und aufkochen.
1 Chilischote waschen, halbieren, entkernen und sehr fein hacken. 
Suppe 20 Minuten kochen lassen. 
In einem Standmixer oder mit einem Stabmixer direkt im Topf fein pürieren und durch ein Sieb streichen. Erneut aufkochen lassen. 
Limette auspressen und die Suppe mit Limettensaft, Salz, Pfeffer und Chili würzen. 
Sesam in einer Pfanne ohne Fett rösten.
Koriander abspülen, trockenschütteln, Blätter abzupfen und mit dem Sesam über die Suppe streuen. 

Gelesen!


Freitag, 10. September 2010

Gut, umweltfreundlich, günstig: Leitungswasser trinken

Andreas Levers 
Bier, Kaffee, Wein oder Limonade? 
Das liebste Getränk der Deutschen ist - Wasser. 
Mehr als 130 Liter - abgefüllt in Glas- oder Plastikflaschen -  trank jeder im vergangenen Jahr durchschnittlich. 
Seit 1970 stieg der Konsum um das Elffache. 
Und damit auch der Energieaufwand für das Reinigen, Abfüllen und den Transport der Flaschen. 
Vor allem aus dem Ausland importiertes Wasser - geliefert zumeist in Plastikflaschen - hat eine schlechte Öko-Bilanz. 
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt deshalb, Leitungswasser zu trinken. Das ist nicht nur preiswert und wird direkt ins Haus geliefert. 
Qualitativ ist es genauso gut wie Wasser aus Flaschen. 
Vorausgesetzt, die Wasserleitungen enthalten kein Blei oder Kupfer. 
Auskunft dazu gebe die örtlichen Wasserwerke. 
Wer auf abgefülltes Wasser nicht verzichten möchte, sollte es nur aus der Region kaufen, so der BUND.
Durch aufwändige Werbekampagnen ist Wasser ein Lifestyle-Produkt geworden. 
Klangvolle Namen lassen sich globale Konzerne wie Danone und Nestle gut bezahlen.
Zum Vergleich: Ein Kasten Leitungswasser würde etwa drei Cent kosten. 
Dabei schneiden auch bei Wasser-Sommeliers die Edelmarken geschmacklich nicht besser ab. 
Die häufige Verwendung von Plastikflaschen kann den Geschmack jedoch verschlechtern.
Zudem können in Plastik enthaltene Schadstoffe wie hormonell wirksame Weichmacher in das Wasser übergehen. 
Durch den zunehmenden Kauf von Ein- und Mehrwegflaschen aus Plastik wächst der Müllberg und wertvolle Ressourcen werden verschwendet. 
Deshalb lohnt sich aus Umwelt- und Gesundheitsperspektive der Kauf von Mehrwegflaschen aus Glas, auch wenn sie aufwändiger zu transportieren sind. 
Wer sich für Leitungswasser entscheidet, sollte darauf achten, dass das Wasser nicht zu lange in der Leitung gestanden hat. 
Die ersten Liter können für das Blumengießen verwendet werden. 
Kalkablagerungen schrecken Wassertrinker nicht unbedingt ab. 
Sie zeugen von einem hohen Anteil an Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium. 
Die Wasserwerke informieren kostenlos über die Qualität des angelieferten Wassers. 
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sein Wasser auf Schadstoffe prüfen lassen. 
Wasserwerke, Apotheken oder die Stiftung Warentest analysieren abgegebene Wasserproben.

www.bund.net

Kein Milliardengrab Stuttgart 21

Sehr geehrter Herr Mappus,
sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer,
sehr geehrter Herr Dr. Grube,
mit dem Infrastrukturprojekt "Stuttgart 21" versuchen Sie gegen den Willen der Bevölkerung ein Prestigeprojekt ohne jeden verkehrspolitischen Nutzen durchzusetzen.
Der unter die Erde verlegte Bahnhof ließe mit seinen geringeren Kapazitäten und unflexibleren Verkehrsanschlüssen neue Engpässe entstehen, anstatt alte zu beseitigen.
Das gesamte Infrastrukturvorhaben würde mindestens 9 Milliarden Euro verschlingen. 
Geld, das bundesweit fehlen würde, wo es wirklich gebraucht wird: Beim Ausbau des Personennahverkehrs als klimafreundliche Alternative zum Auto und der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.
Ich fordere Sie auf: Stoppen Sie den Abriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs und beerdigen Sie "Stuttgart 21"! Denn es gibt eine bessere Alternative: das Konzept "Kopfbahnhof 21". 
Es würde nur einen Bruchteil kosten und weit mehr Bahnverkehr ermöglichen.
Mit freundlichen Grüßen
Frau Nilsson

1.   Heute morgen geht's mir irgendwie nicht so gut.
2.  Ich weiß noch nicht wirklich, wie es beruflich weitergeht, na und, was soll's !
3.   Ich habe das große Bedürfnis danach, dass jetzt mal ein bisschen Ruhe einkehrt.
4.   Herrn Nilssons Bild im Googlemailchatfenster zu sehen macht mir immer gute Laune
5.   Am liebsten möchte ich jetzt wieder ins Bett gehen.
6.   Ich glaub, Inception ist der beste Film den ich bis jetzt in diesem Jahr gesehen habe.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Premiere (na ja, freuen...) , morgen habe ich Kisten packen und einen weiteren Premierenbesuch geplant und Sonntag möchte ich zur dritten Premiere des Wochenendes!

Den Freitagsfüller gibt's hier.

Mittwoch, 8. September 2010

60000€ reichen für ein schönes Leben

Eric-Oliver Mächler / pixelio.de 
Wer viel Geld verdient, hat es im Leben leichter – aber macht uns mehr Geld auch glücklicher? 
Dieser Frage sind der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und sein Ko-Autor Angus Deaton in einer groß angelegten Studie für die Universität Princeton nachgegangen. 
Ihr Fazit: Wer mehr verdient, der ist für gewöhnlich auch glücklicher, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Ab einem Jahresnettoeinkommen von 75.000 Dollar (umgerechnet 60.000 Euro) bleibt die Lebensqualität mit jedem zusätzlich verdientem Dollar gleich. 
Die beiden Ökonomen befragten in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 450.000 US-Amerikaner. 
Die Teilnehmer mussten ihr Einkommen preisgeben und beantworten, wie sie sich am Vortag gefühlt haben. Dabei teilten die Forscher die Antworten in drei Gruppen: Glück und Spaß, Sorgen und Traurigkeit, sowie Stress. 
Außerdem sollten die Teilnehmer der Studie ihr Leben auf einer Skala von null bis zehn selbst einschätzen, wobei zehn die Höchstnote war. 
Das Ergebnis: Mit jedem Dollar höherem Einkommen stieg das emotionale Wohlergehen zunächst an. 
Ab einer Grenze von 75.000 Dollar konnten die Autoren aber keinen weiteren Fortschritt ausmachen. 
Zwar schätzten die Teilnehmer auch oberhalb der Grenze ihr Leben als umso besser ein, je mehr sie verdienten. 
Ihr Glück im Alltag aber blieb unverändert. 
Wie die Forscher schreiben, ist das alltägliche Wohlbefinden ab einem Gehalt von 75.000 Dollar stärker durch andere Faktoren beschränkt – zum Beispiel von den Lebensumständen oder dem eigenen Naturell. Umgekehrt bestätigt die Studie aber auch den Zusammenhang zwischen geringem Einkommen und Unglück. Je weiter das Einkommen unter die 75.000-Dollar-Marke fiel, desto häufiger fühlten sich die Teilnehmer unglücklich und gestresst. 
"Ein geringes Einkommen verschärft den emotionalen Schmerz, der Unglücke wie Scheidung, Krankheit oder Einsamkeit begleitet", schreiben die Autoren. 
Anders formuliert: Wer als Armer eine Scheidung erlebt oder krank wird, dessen Glück sinkt schneller als bei einem Reichen. 
Warum die Schwelle gerade bei 75.000 Dollar liegt, darüber können auch Kahneman und Deaton nur Vermutungen anstellen.
"Vielleicht sind 75.000 Dollar auch eine Schwelle, über der es den Menschen nicht mehr möglich ist, das zu tun, was für das emotionale Wohlbefinden am meisten zählt: Zeit mit der Familie verbringen, Krankheit und Schmerz vermeiden oder die freie Zeit genießen", schreiben sie. 
www.zeit.de

Peppers from hell

Gestern Kochabend mit den Lieblingskochkollegen. Thema: Tapas.
Ich wollte kleine Bratpaprika machen, gab's im Supermarkt aber nicht. Also bin ich in den türkischen Gemüseladen gegangen und habe eine Hand voll kleine, grüne Paprika gekauft.
Zur Vorbereitung der Bratpaprika haben wir uns überlegt, dass wir die anschneiden und entkernen. Ich hab diesen Part übernommen. Leider waren diese kleinen Paprika keine Paprika, sondern sauscharfe Peperoni. Und der Saft war dann überall, vor allem natürlich an meinen Händen. Ich konnte nichts mehr anfassen, alles brannte direkt wie Feuer. Schlauerweise hatte ich dann kurze Zeit später ein Haar im Auge. Keine gute Idee, das mit Peperonifingern zu entfernen. Ich konnte 10 Minuten nichts mehr sehen! Aua! Die ganze Nacht haben meine Hände gebrannt und auch jetzt fühlen sie sich noch so an, als wäre ich aus größter Kälte ins Warme gekommen. Unangenehm. Das einzige, was hilft, ist, wenn ich die Hände unter kaltes Wasser halte. Aber wie soll ich das auf der Arbeit machen? Eine Bekannte gab mir den Tipp, die Hände mit Zitronensaft zu waschen, das probier ich noch mal. Weitere Tipps?

Dienstag, 7. September 2010

Merkels Atompläne stoppen!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
Ihr Plan, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, trifft bei mir auf völliges Unverständnis. 
Damit setzen Sie die Bevölkerung einem steigenden tödlichen Unfallrisiko aus und bürden vielen Generationen nach uns noch mehr strahlenden Atommüll auf. 
Und das alles nur, um den Atomkonzernen milliardenschwere Zusatzprofite zu sichern.
Der dynamische Ausbau der Erneuerbaren Energien ermöglicht es uns, weit schneller als bisher geplant aus der Atomkraft auszusteigen und trotzdem auf den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke zu verzichten. Mit längeren Laufzeiten würgen Sie jedoch das rasante Wachstum der Erneuerbaren ab. 
Atommeiler blockieren durch ihre unflexible Stromerzeugung die Stromnetze und verhindern zunehmend die Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie.
Hiermit kündige ich an, mich an Protesten gegen Ihre Atompolitik zu beteiligen. 
Ich fordere Sie auf: Steigen Sie jetzt aus der Atomkraft aus! 
Leiten Sie eine konsequente Wende hin zu Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Energiesparen ein!
Mit freundlichen Grüßen
Frau Nilsson

Montag, 6. September 2010

Ich bin bereit

für den Winter...
Eigentlich wollte ich heute Socken kaufen (ich habe interessanterweise einen Sockenmangel. Ich habe unzählige Sneakersocken und viele Kniestrümpfe aber normale Socken irgendwie nicht...), aber dann konnte ich an diesen wunderschönen Fäustlingen nicht vorbeigehen...

Nur noch 2x

werde ich Herrn Nilsson Freitags vom Bahnhof abholen. Nur noch 26 Tage bis zum Umzug!! :-)

Und heute gibt's

Bettina Stolze / pixelio.de 
VEGETARISCHES CHILI
175g Bulgur in eine Schüssel geben. 275ml Tomatensaft in einem kleinen Topf aufkochen lassen. Über den Bulgur gießen, untermischen und mit einem Teller zugedeckt 20 Minuten quellen lassen. 
Inzwischen 3 Knoblauchzehen schälen und fein würfeln.
3 Möhren putzen, waschen und fein würfeln.
2 Paprikaschoten halbieren, entkernen, waschen und fein würfeln. 50g eingelegte Tomaten abtropfen lassen und ebenfalls fein würfeln.
Öl in einem Topf erhitzen, Knoblauch glasig dünsten.
Chili, Kreuzkümmel und 3 ELTomatenmark unterrühren und kurz mit andünsten. 400ml Gemüsebrühe dazugeben.
800g geschälte Tomaten mit einem Messer direkt in der Dose zerkleinern und ebenfalls in den Topf geben. Getrocknete Tomaten, Bulgur und Paprikawürfel untermischen. Alles aufkochen und bei kleiner Hitze unter häufigem Rühren etwa 15 Minuten garen.
2 Dosen Kidneybohnen untermischen und kurz erhitzen.
Mit Cayennepfeffer, Salz und Koriander abschmecken.

Sonntag, 5. September 2010

Gesehen!



Wow! Haben Sie den auch gesehen? Wenn ja, was ist Ihre Theorie über's Ende?

Freitag, 3. September 2010

1.   Musik ist die Stenografie des Glücks.
2.  Du bist ganz einzigartig .
3.  Gestern habe ich immer wieder gedacht wie sehr ich mich auf das Zusammenwohnen mit Herrn Nilsson freue.
4.   Schokokekse gibt es nie zuviel !
5.   Im letzten Jahr hat sich Einiges verändert.
6.   Eine Klärung meiner Jobsituation steht gerade ganz oben auf meiner Wunschliste.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Herrn Nilsson , morgen habe ich , wenn es nicht regnet, einen Strandausflug geplant und Sonntag möchte ich lieber frei haben, muss aber leider arbeiten!

Den Freitagsfüller gibt's hier.

Donnerstag, 2. September 2010

Das hätte der Oma gefallen...

Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Gestern treffe ich meine Nachbarin im Vorgarten. Wir schnacken ein bisschen, dann sagt sie irgendwann: Hast du schon unsere neuste Verschönerung des Gartens gesehen?
Ich: ???
Sie: Die Vermieter sind letzte Woche vorbei gekommen. Mit dem Grabstein der Oma unter'm Arm. Und haben gefragt, ob sie ihn hier in unseren Garten stellen könnten, weil das doch früher das Haus der Oma war... 

Mittwoch, 1. September 2010

Unverschämt!

Christian Evertsbusch / pixelio.de 
Ich hatte einer Kollegenfreundin eine Zeitschrift mitgebracht, in der zwei Artikel waren, die ich ihr gern zeigen wollte. Ich hab die Zeitschrift also heute Morgen in ihr Postfach gelegt und ihr ne Mail geschickt, dass ich ihr die Zeitschrift mitgebracht hätte. 2 Stunden später ruft sie an: Du, Frau Nilsson, die Zeitung ist nicht da.
Ich: ??? Sie hat dann rumgefragt und eine Arbeitskollegin hatte sie einfach aus dem Fach genommen. Toll! Ihre Aussage: Ja, die kann man da ja auch nicht so offen reinlegen!
Hallo? Unverschämt!